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Vergleich:
Kreuzchen-Methode
Du willst ganz einfach 2 (oder mehr Alternativen) vergleichen.
Mache Dir eine Tabelle:
Schreibe Dir Deine Vergleichskriterien untereinander auf und füge eine letzte Zeile "Ergebnis" hinzu.
Je Alternative mache eine Spalte.
Für jedes Kriterium machst Du Dir ein Kreuz, wenn das Kriterium von dieser Alternative erfüllt wird.
In der Zeile "Ergebnis" summiere die Anzahl der Kreuze je Spalte.
Die Alternative mit den meisten Kreuzen ist die Beste.
Beispiel : Waschmaschinen
Die Waschmaschine 2 mit 4 Kreuzen ist die Beste für Dich

Vergleich mit KO-Kriterien
Bei der Kreuzchen-Methode wird nicht berücksichtigt, dass ein Kriterium zwingend notwending dabei sein muß, weil ansonsten die ganze Alternative uninteressant ist.
Da die Nicht-Erfüllung dieses Kriteriums dazu führt, dass die gesamte Alternative nicht weiter betrachtet wird, nennt man diese Kriterien
"KO-Kriterien".
In der Tabelle kannst Du daher dieses Kriterium Rot markieren.
Betrachte zuerst die KO-Kriterien und bewerte dann nur noch die Alternativen, die Deinen Mindestanforderungen genügen.

Beispiel der Waschmaschinen:
Du willst (rein hypothetisch) unbedingt, dass die Waschmaschine auch trocknen kann. Maschine 1 aus dem obigen Beispiel kann das nicht, also brauchst Du diese Maschine gar nicht weiter bewerten.
Damit bleibt nur noch eine Maschine übrig, die für Dich in Frage kommt.
Vergleich:
10-Punkte-Methode
Bisher war Dir das zu einfach und zu ungenau mit den Kreuzchen.
Anstelle der Kreuzchen vergibst Du Punkte (oder Noten) auf einer Skala von 0 (nicht zutreffend) bis 10 (für Dich perfekt erfüllt).
Preise würde ich nicht bewerten, sondern einfach oben in die Tabelle eintragen.
Schreibe die Gesamtzahl der Punkte in eine Summenzeile (ganz unten). Das ist Dein "Nutzen".
Die Alternative mit den meisten Punkten ist für Dich am besten.
Beispiel: Waschmaschinen

Wie findest Du Entscheidungskriterien:
- Selbst überlegen,
- mit Freunden diskutieren oder
- ChatGPT oder andere KI fragen.
Beispielsweise bei ChatGPT:
Frage 1: Vergleiche die Waschmaschine ... und Waschmaschine... [...]
Frage 2: Kannst Du mir einige Entscheidungskriterien vorschlagen?
Antwort: Natürlich: [...]
1. Preis [...]
2. Energieeffizienz [...]
3. Kapazität [...] Wieviel Wäsche wäschst Du
4. Programme und Funktionen [...]
5. Garantie und Kundenservice [...]
Bingo
Maschine 2 in diesem Beispiel hat mehr Funktionalitäten und ist aber auch teuerer, mit 4 Punkten wird dieses jedoch akzeptiert und bewertet, so dass insgesamt Maschine 2 gewinnt.(Sonst wäre der Preis ein KO-Kriterium, welches von Maschine 2 nicht erfüllt würde)
Das "Preis-Leistungs-Verhältnis"

Du möchtest die Kosten einer Alternative mit dem Nutzen zusammenbringen, den Dir diese Alternative bietet.
Also nicht die "Beste", sondern die Alternative mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Anders formuliert: Bei welcher Alternative bekomme ich die beste Leistung/Nutzen für mein Geld, oder das Verhältnis Qualität zu Preis.
Eigentlich müsste diese Methode Leistungs-Preis Verhältnis heißen, damit die bessere Alternative einen höheren Wert hat.
Teile Deinen Nutzen durch die Kosten .
Das Ergebnis ist ein Nutzwert, also der Nutzen pro Euro.
Unser Beispiel:
Die Maschine 1 hat den höheren Nutzwert und wird daher die zu präferierende Alternative.
Pro Euro bietet sie mehr Nutzen (Leistung/Qualität) mit 0,072 Punkten/Euro.
Häufig ist es so, dass einfachere Maschinen mit einer Minimalfunktionalität einen besseren Nutzwert haben, da die Konkurrenz in diesen Marktsegmenten meist größer ist, die Zusatzfunktionalitäten teuerer in der Entwicklung sind oder einfach ein Luxus-Aufschlag eingepreist wird.
Kosten oder Preis....
Du kannst es Dir immer einfach machen - oder komplizierter.
Überlege, was für Deine Entscheidung der richtige Aufwand ist.
Oft reicht es, bei den Alternativen den Kauf-Preis zu betrachten.
Aber für Entscheidungen, die sehr teuer sind, oder die am Anfang nicht viel kosten, aber auf Dauer hohe Kosten erzeugen, möchtest Du vielleicht Dir doch die Kosten genauer betrachten.
Ein Hund aus dem Tierheim ist vielleicht kostenlos, aber ein kleiner Hund gibt sich mit ein paar Hundekuchen zufrieden, ein großer Hund braucht 3-5 kg Fleisch am Tag. Und das 10-25 Jahre lang. Versicherung, Hundesteuer, die Tierarztkosten und am traurigen Ende die Kosten für den Hundefriedhof summieren sich ganz erheblich.

Gewichtete Kriterien bei der 10-Punkte-Methode
Mit der Gewichtung berücksichtigt man, dass nicht alle Kriterien gleich wichtig sind, sondern unterschiedliches Gewicht haben.
Dazu wird eine Spalte für die Gewichtung eingefügt und die Kriterien untereinander verglichen und bewertet.
Die Summe aller Kriterien ergeben 100 Prozentpunkte.
Beispiel: Ein Kriterium kann 10% haben, das zweite Kriterium 50% und das letzte Kriterium 40% - insgesamt also 100%.
Oder anders ausgedrückt: Das zweite Kriterium ist 5-mal wichtiger als das erste Kriterium und das letzte Kriterium ist fast so wichtig, wie das Zweite.
Für die Bewertung jeder Alternative gibt es jetzt noch eine Zusatzspalte, in der das Produkt von Gewichtung*erreichte Punkte berechnet wird.
Die Summe der gewichteten Punkte je Alternative werden jetzt für die Entscheidung herangezogen und miteinander verglichen.
Die Alternative mit der höchsten Punktezahl ist die "beste" Alternative.
Unser Beispiel: Waschmaschinen
(aus Platzgründen sind die beiden Alternativen jetzt untereinander dargestellt)

Schritt für Schritt die Vorgehensweise, wenn die Methode direkt genutzt wird:
Schritt 1: Kriterien sammeln (Spalte B)
Schritt 2: Kriterien gewichten (Spalte C)
Schritt 3: Alternativen bewerten (Spalte D)
Schritt 4A: Punkte der Alternative "normieren", also die Punkte durch die maximal mögliche Punktzahl teilen. (Spalte E ist die Formel sichtbar)
Schritt 4B: Berechnung Gewichtung (in Prozent, /100)*normierte Punkte der Alternative (Spalte F)
Schritt 5: Ergebnis der Alternative summieren.
Das Ergebnis ist: "Diese Alternative hat X Prozent von 100% erreicht".
In diesem Beispiel setzte ich den Preis mit 50% an (Spalte C), da er genauso wichtig ist, wie alle Funktionalitäten, die ich für diesen Preis bekomme.
Die Maschine 1 hat die volle Punktzahl in der Bewertung (Spalte D), also als Ergebnis 50% (in Spalte F, F2). Maschine 2 hat nur 4 von 10 Punkten, also nur 20% erreicht (Spalte F, F10).
Maschine 1 hat insgesamt 77,8% von 100 erreicht, Maschine 2 nur 70%. Damit ist Maschine 1 Gewinner.
Aber Achtung!!!
Es sind nur 7,8% Unterschied zwischen den beiden Alternativen. Würde der Preis statt 50% nur 20% Gewicht haben, sähe das Ergebnis schon anders aus.
Gefahren bei der Nutzung dieser Methode
Bei dieser Methode ist es sehr wichtig, sicherzustellen, dass die Gewichtung wirklich das repräsentiert, was erwünscht ist.
Es ist auch abzuschätzen, ob der mögliche Fehler bei der Punktevergabe nicht größer ist, als der Unterschied zwischen den Alternativen. Dann wäre diese Analyse nicht aussagekräftig.
Empfehlung:
Sollte das Ergebnis einen Unterschied von weniger als 10% aufweisen, dann ist es ratsam, eine Qualitätskontrolle durchzuführen.
Die Nutzwert- Analyse:
Für Deine Berufswahl oder
große Entscheidungen
Diese Analysemethode ist für den Vergleich mehrerer Alternativen sinnvoll, wenn es um große Entscheidungen geht.
Im Privaten vielleicht die Berufswahl, der Vergleich von Job-Angeboten oder der Kauf eines Hauses oder Autos.
Beruflich lohnt sich eine Nutzwert-Analyse, wenn es um Entscheidungen über Millionen-Beträge geht.
Privat habe ich die Nutzwert-Analyse ausführlich eingesetzt, um mir unter verschiedenen Job-Angeboten das "Beste" auszuwählen. Das Verfahren habe ich einmal erstellt, und dann nach mehreren Jahren wiederverwendet, als ich bei meinem letzten Arbeitgeber begonnen habe - und als mir 2 Versetzungsalternativen angeboten wurden.
Beim Hauskauf hatte ich zu wenige Alternativen, da war die Entscheidung relativ einfach.
Bei der Auswahl meiner Lebensabschnittsbegleiterinnen habe ich keine Nutzwert-Analyse durchgeführt - schließlich war ich verliebt.
Die Nutzwert-Analyse ist eine Erweiterung der Gewichteten 10 Punkte Methode, die weiter oben beschrieben ist.
2 Erweiterungen der Methode erfolgen:
1) Die Kriterien können Unterkriterien haben
Beispiel: Kosten hat die Unterkriterien "Lizenzkosten" und "produktive Kosten".
Die produktiven Kosten sind wiederum unterteilt in "Personalkosten" und "Wartungskosten".
2) Es werden Funktionen oder Regeln zur Bewertung für jedes Kriterium definiert, und zwar möglichst bevor die Alternativen analysiert werden.
Beispiele:
Die Personalkosten werden in Prozent angegeben: Es werden immer ganze Personen gewertet, also 1,1 Personen sind in der Bewertung 2 Personen.
Funktion: "weniger als 6 Personen"= 100%, 6 Personen =67%, 7 Personen=33%, 8 oder mehr Personen=0%.
Die Wartungskosten sind wie folgt zu bewerten:
Unter 10.000Euro/Jahr=100%, zwischen 10.000 ud 50.000 linear fallend auf 0%. Sollten die Wartungskosten über 200.000 sein, wird es zum KO-Kriterium bzw. das Management ist für die weitere Betrachtung einzubinden.
Beruflich habe ich die Nutzwert-Analyse überraschend häufig eingesetzt.
Beim Merger meines Unternehmens mit einem ähnlich großen Unternehmen mußte entschieden werden, welche Software-Alternativen denn weiter genutzt werden sollten.
Für eine dieser Software-Entscheidungen war ich im Vorbereitungs-Team und habe dort die Nutzwert-Analyse relativ umfassend genutzt.
Das überzeugte den Vorstand so, dass anschließend die anderen Software-Entscheidungen auch nach dieser "Methode" vorbereitet werden sollten.
Über 10 Jahre später kann ich behaupten, dass die getroffenen Software-Entscheidungen gut fürs Unternehmen waren.
Die Königsklasse:
Zielorientierte Nutzwert- Analyse:
Vor der Sammlung von Kriterien werden erst einmal die Ziele definiert, die für die Betrachtung der Alternativen relevant sind.
Im Privaten können dieses Deine Lebensziele sein, oder Deine Ziele Deines Zielsystems - oder eine Auswahl davon.
Im beruflichen Umfeld können dies die Unternehmens-Ziele bzw. die Ziele des Projektes sein.
Sobald die Ziele definiert sind, werden für jedes Ziel Kriterien gesucht und definiert, um die Erreichung der Ziele meßbar zu machen.
Das weitere Vorgehen entspricht der Nutzwert-Analyse.
Unerfreuliches Beispiel:
Ein Software-Programm zum Configuration-Management soll ausgewählt werden.
Die Nutzwertanalyse wird durchgeführt und die 3 Alternativen bezogen auf ihren Nutzen für das Configuration-Management bewertet. Eine der Alternativen wird ausgewählt.
Der Hersteller dieser Alternative behauptet, dass dieses Programm auch für das Requirement-Management und das Test-Management eingesetzt werden kann.
Es war aber nicht Ziel der Analyse, diese Funktionalitätsumfänge ebenfalls zu prüfen. Und den Informierten war bekannt, dass es für das Requirement-Management einen Industriestandard gibt.
Die Ziele waren dem Top-Management jedoch nicht klar und es wurde vom Vorstand entschieden, dieses Software Programm nicht nur für Config-Management einzusetzen (wo es eine gute Lösung ist), sondern auch für Requirement- und Test-Management.
Millionen von Euro wurden aufgewendet, um die Software für Test-Management und Requirement-Management zu befähigen, ohne bzw. mir geringem Erfolg.
Schlußendlich wurde eine Konkurrenzlösung eingeführt, die bei Requirement-Management und Test-Management sehr gut ist.

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